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Digitale Kompetenz lehren und lernen

Digitale Lernkultur

Warum Bildungseinrichtungen auf mehr als Laptops und Co setzen sollten.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Bildungssektor nicht Halt. Doch die vermehrte Technologie in Klassenzimmern führt nicht automatisch dazu, dass die Jugendlichen ihre digitalen Kompetenzen vertiefen. Was müssen also Tirols Bildungseinrichtungen unterrichten und vor allem, wie? Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth, Professorin für Medizininformatik an der UMIT Innsbruck, teilt mit digital.tirol ihre Ansätze.

Smarte Kompetenzen für digitale Inhalte
„Digitalisierung ist ein zentrales Schlagwort des 21. Jahrhunderts. Schulen und Hochschulen müssen daher
notwendiges Wissen in diesem Bereich vermitteln. Nur so können sich die Studierenden in einer digitalen Welt zurechtfinden“, weiß Ammenwerth. Dazu benötigen junge Menschen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Werkzeugen und Tools. Aber auch das gezielte Suchen nach Informationen und deren kritische Bewertung muss in den Unterricht aufgenommen werden. „Noch nie war es so einfach, Falschmeldungen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dementsprechend müssen Bildungseinrichtungen genau hier ansetzen und die Jugendlichen dafür sensibilisieren“, erklärt die Universitätsprofessorin. Ein wesentlicher Punkt ist auch die aktive Mitgestaltung der Digitalisierung, etwa durch das Erstellen von digitalen Inhalten oder Softwareprogrammierung. Denn genau diese Dinge werden später im Berufsalltag von den jungen Menschen gefordert.

Aktivität, Interaktion und selbstgesteuertes Lernen
Doch über die Anwendung von digitalen Tools hinaus, zählt für Ammenwerth die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen zu den wohl wichtigsten Kompetenzen. „Junge Menschen müssen heute und in Zukunft in der Lage sein, digital vorliegende Informations- und Wissensangebote aktiv zu nutzen und sich selbst mit neuen Programmen auseinanderzusetzen. Nur dann kann lebenslanges Lernen gelingen“, ist sich die Professorin sicher. Dazu muss die Lernkultur an das digitale Zeitalter angepasst werden. „Laptops, WLAN und Whiteboards gehören zur Grundausstattung. Um digitales Know-how und effektiv zu vermitteln, sollte der Unterricht Anwendung, Interaktion und selbstständiges Lernen vereinen“, fordert Ammenwerth.

In digitale Qualifikation investieren
Wie das gelingt? Mit einer gezielten Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals. Lehrer können ihre Schüler*innen nur dann auf die digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten, wenn sie selbst innovative Unterrichtsformen planen und durch Technologien unterstützen können. „Der Schlüssel dafür ist Qualifikation – und genau hier müssen wir investieren“, resümiert Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth.

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