Generation Z auf dem digitalen Rückzug

Online ja, Vertrauen eher nein. Foto: iStock

So denken die Digital Natives wirklich über Social Media

Liken, streamen, googlen, posten - keine Frage, der Alltag der Generation Z ist digital. Sie sind immer online und kommunizieren mit ihren Freunden weitestgehend über Social-Media-Kanäle. Bis jetzt, denn eine aktuelle Umfrage der Mediaagentur Dentsu Aegis Network deckt einen überraschenden Trend auf: weltweit misstrauen Jugendliche zunehmend den sozialen Medien und kehren ihnen sogar den Rücken zu. Wie ticken die Digital Natives und wie wirkt sich die Coronakrise auf ihr Verhalten aus? Wir haben für Sie die spannenden Ergebnisse zusammengefasst.

Wer ist die Generation Z?
Die heute 18- bis 24-Jährigen – also die Jahrgänge 1997 bis 2012 – bilden die Generation Z oder auch „Zoomer“. Während andere Generationen erst im Erwachsenenalter digital nachsozialisiert wurden, sind die Z-ler bereits mit Technologien wie dem Smartphone aufgewachsen. Die Folgen: Grenzen zwischen der realen und der digitalen Welt verschwimmen. Gaming-Plattformen und Social Networks ermöglichen es, sich eine neue Identität nach den eigenen Vorstellungen zu schaffen. Der Wunsch nach Perfektion wächst – der Druck, dem gerecht werden zu müssen, ebenfalls. Gleichzeitig machen sie sich das Internet auch zu Nutze, um sich zu vernetzen oder Wissen anzueignen. So ist es für die Zoomer völlig normal, sich die Welt von Youtubern erklären zu lassen.

Die Zoomer wissen, was sie wollen
Aufgrund der vermeintlich ständigen Selbstinszenierung und ihres Google-Wissens werfen ihnen ältere Generationen häufig eine verzerrte Wahrnehmung vor. Dabei zeigen doch gerade die Klimastreik-Demonstrationen Fridays for Future, dass die Zoomer durchaus klare Ziele haben. Tausende Jugendliche rund um die Schülerin Greta Thunberg verschafften sich in den letzten Jahren in der Weltpolitik Gehör. Und jetzt auch noch der digitale Rückzug. Laut der Dentsu Umfrage, bei der weltweit 5.000 Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren befragt wurden, genießen Soziale Medien in der Generation Z derzeit einen extrem schlechten Ruf.

Soziale Medien in der Kritik
So glaubt jeder zweite Befragte, dass sich Social Media negativ auf sein Wohlbefinden und die Psyche auswirken kann. Mehr als die Hälfte macht sich außerdem Gedanken um Datenmissbrauch und geht deshalb mit den eigenen Informationen sehr vorsichtig um. Für 37 % ist zudem der Einfluss sozialer Medien auf die Politik ihrer Heimatländer äußerst bedenklich. Viele Z-ler haben daraus bereits Konsequenzen für sich gezogen: Ein Fünftel der Befragten hat im vergangenen Jahr seine Social-Media-Konten deaktiviert. Weitere 43 % hat Schritte unternommen, um die eigenen Datenspuren im Netz zu reduzieren, etwa durch das Löschen der Suchhistorie oder Deaktivieren von Ortungsdiensten. Und trotzdem sieht die Generation Z auch Positives in der digitalen Transformation: Knapp zwei Drittel der Befragten glauben, dass digitale Technologien zur Lösung der größten Probleme weltweit beitragen können. Unternehmen sollten sich unterdessen warm anziehen, denn 72 % finden, dass Marken in den nächsten 5 bis 10 Jahren zeigen müssen, inwieweit sie Technologien einsetzen, die der Gesellschaft zugutekommen.

Zur Umfrage der Mediaagentur Dentsu Aegis Network.

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