Alternativen zu WhatsApp

Wirbel um WhatsApp - und wie steht's um die Alternativen? Foto: iStock.

Diese Messenger-Dienste bieten dem Facebook-Unternehmen die Stirn

Immer mehr Menschen suchen nach einer Alternative zu WhatsApp. Denn seit der Übernahme durch Facebook bangten Nutzer zunehmend um ihre persönlichen Daten. Erst kürzlich sorgte der Messanger-Dienst mit der Ankündigung einer Änderung der Nutzungsbedingungen erneut für Negativ-Schlagzeilen und verlor zahlreiche Nutzer an Konkurrenten wie Telegram oder Signal. Aber sind diese Anbieter wirklich sicherer? Wie gehen die neuen Messenger-Dienste tatsächlich mit dem großen Thema Datenschutz um? Wir haben für Sie recherchiert.

Was ist dran an den Gerüchten über WhatsApp?
Im Internet kursierten schnell Gerüchte, dass WhatsApp durch die Änderungen der AGBs noch mehr Nutzerdaten an Facebook übermitteln will. Was besonders für Verärgerung sorgte: Wer den Bedingungen nicht bis zum 08. Februar 2021 zustimmt, könne den Chatdienst danach nicht weiter nutzen. Nun hat das Facebook-Unternehmen die Einführung der neuen Datenschutzregeln um drei Monate verschoben, um vorerst mit Missverständnissen aufzuräumen. Denn laut eines WhatsApp-Blogbeitrags geht es in erster Linie darum, bessere Möglichkeiten für die Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen. Zudem sei weder eine erweiterte Datenweitergabe an Facebook geplant, noch wolle man an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der Chat-Inhalte nur für die teilnehmenden Nutzer sichtbar sind, rütteln. Dafür sorgt übrigens auch die Datenschutzgrundverordnung der EU.

Die häufigsten Kritikpunkte an WhatsApp
Die Sorgen der Nutzer, WhatsApp könne Daten an Facebook weitergeben, sind trotzdem nicht unbegründet. Immerhin fließen außerhalb der EU bereits seit 2016 Nutzerdaten zu Werbezwecken oder zur Verbesserung von Produkten an das US-Unternehmen. Und hierzulande? Ein Hauptkritikpunkt der Experten ist das Tracking von sogenannten Meta-Daten. WhatsApp weiß durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwar nicht was man schreibt, kann jedoch Daten wie Zeitpunkt, Häufigkeit, Ort und Dauer der Chatkonversationen ermitteln. Was vielen nicht klar ist: Insbesondere anhand der Meta-Daten lassen sich eindeutige Verhaltensmuster ableiten. Außerdem gewähren Nutzer den vollen Zugriff auf ihre Kontakte und damit umfangreiche Informationen ihrer Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Ärzte etc.

Die Konkurrenz schläft nicht
Gerade diese Kritikpunkte verliehen den Konkurrenz-Anbietern in den letzten Monaten gehörigen Aufschwung. Mit mehr als zwei Milliarden Nutzern ist WhatsApp zwar nach wie vor der weltweit erfolgreichste Chatdienst. Aber laut Telegram-Chef Pawel Durow habe sein Messenger erst kürzlich die Marke von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern überschritten. Und auch die Download-Zahlen des Schweizer Anbieters Threema hätten sich in den letzten Wochen vervielfacht. Doch womit punkten die alternativen Messenger-Dienste und wo lohnt es sich, doch genauer hinzuschauen?

Alternative 1: Telegram
Vor der Corona-Krise galt Telegram als beliebte und sichere Alternative für WhatsApp-Aussteiger. Doch inzwischen ist der Messenger-Dienst auch ein beliebtes Netzwerk für Extremisten und Verschwörungstheoretiker. Dabei ist man dort nicht so anonym unterwegs, wie viele User denken. Nutzer können Gruppen zwar unter einem Pseudonym beitreten und dort chatten, ohne dass andere ihre Telefonnummer oder ihren echten Namen sehen können. Laut der Süddeutschen Zeitung lässt sich diese Hürde jedoch in drei Schritten überwinden. Zudem sind Gruppen-Chats nicht verschlüsselt. Und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Privatnachrichten ist – anders als bei WhatsApp – nicht standardmäßig installiert. Der Datenschutz weist also auch hier erhebliche Lücken auf.

Alternative 2: Signal
Der Messenger-Dienst Signal gilt hingegen als transparent und datensparsam. Die App greift zwar auch auf das Telefonbuch zu, jedoch nur, um befreundete Nutzer ausfindig zu machen. Der Abgleich der Daten erfolgt dabei verschlüsselt. Über eine Sicherheitsnummer oder einen QR-Code können Chatpartner anschließend verifizieren, dass es sich um die richtige Person handelt. Einer der größten Pluspunkte ist jedoch, dass es sich um eine Open-Source-App handelt – ihr Programmier-Code ist also öffentlich, sodass ihn unabhängige Experten auf Mängel oder mögliche Hintertüren untersuchen können.

Alternative 3: Threema
Auch der Schweizer Open-Source-Anbieter Threema punktet in Sachen Datenschutz. Im Gegensatz zur Konkurrenz kommt die App auch ohne Angabe jedweder Daten aus – sie braucht nicht einmal die Telefonnummer. Wie bei Signal erfolgt das Auslesen der Kontaktdaten lediglich, um befreundete User zu finden und auch hier ermöglicht ein Sicherheitscode die Verifizierung des Chatpartners. Zudem können die Nutzer private Chats mit einer eigenen PIN schützen und zeitweise sogar aus der Chatübersicht ausblenden.

Zurück