Was steckt dahinter?

Maximal 21 Millionen Bitcoins können generiert werden. Foto: iStock.

Stichwort Kryptowährung

Bitcoin ist wohl die bekannteste der über 3.000 bestehenden Kryptowährungen. Wie funktionieren sie eigentlich?

Bevor es Münzen gab, tauschten wir untereinander Waren. Dann etablierten sich Gold und Silber und heute zahlen wir mit Bargeld oder Karte. Fragt sich wie wir wohl in Zukunft unseren Coffee to go bezahlen werden: Etwa mit Kryptogeld? Immerhin existieren bereits über 3.000 Kryptowährungen, von denen der Bitcoin mit Sicherheit die Berühmteste ist. Doch was ist dran an den digitalen Zahlungsmitteln? Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten über Bitcoin und Co. zusammengetragen.

Wie alles begann
Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 hatten viele Menschen kein Vertrauen mehr in die Banken, wollten ihr Geld aber auch nicht einfach unter der Matratze lagern. Es überrascht daher nicht, dass im selben Jahr das Konzeptpapier zum Bitcoin erschien – die erste und aktuell auch die wertvollste Kryptowährung. Satoshi Nakamoto veröffentlichte zwar das White Paper auf einer Mailingliste über Kryptographie. Allerdings ist bis heute nicht bekannt, ob es sich um den echten Namen des Bitcoin-Gründers oder um ein Pseudonym handelt. Nur ein Jahr später wurde jedenfalls mit dem Bitcoin die erste Kryptowährung öffentlich gehandelt.

Was sind Kryptowährungen?
Das Wort kryptos kommt aus dem Griechischen und bedeutet verborgen. Ziemlich passend, wenn man bedenkt, dass Kryptowährungen ausschließlich digital existieren und von keiner Bank reguliert werden. Das Besondere ist nämlich, dass Privatpersonen die digitalen Zahlungsmittel generieren und verwalten. Natürlich passiert das trotzdem nicht unkontrolliert und die Technologie, auf der das Kryptogeld basiert, ist sicherer als herkömmliche Verschlüsselungen. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann einen Blick in den Programmiercode des Bitcoins werfen, denn dieser ist als Open Source kostenlos einsehbar. Darin steht übrigens auch, dass der Bitcoin auf 21 Millionen begrenzt ist. Mehr darf also nicht „hergestellt“ werden.

Wonach richtet sich der Wert der digitalen Zahlungsmittel?
Hinter Währungen wie dem Euro oder dem Dollar stehen Werte, die wiederum den Kurs bestimmen. Früher war das Gold, heute garantieren hingegen Banken und Staaten die Werthaltigkeit der Währungen. Anders als bei den Kryptowährungen, denn hier bemisst sich der Wert über den Gebrauchswert. Oder anders gesagt: Der Gegenwert der digitalen Zahlungsmittel ist das Vertrauen der Nutzer in die Kontrollfunktion eines gemeinsamen Netzwerks. Und das wiederum basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie.

Was ist die Blockchain?
Alle Transaktionen überall auf der Welt – also jede Übermittlung von Kryptogeld einer Person A an Person B – werden verschlüsselt und dezentral gespeichert. Diese Informationen werden mittels komplizierter Rechenaufgaben zu Datenblöcken zusammengefasst. Hier kommen die Miner ins Spiel. Sie sind Mitglieder im dezentralen Netzwerk und für die Entstehung sowie Validierung der Transaktionen zuständig. Damit nun also eine Transaktion freigegen wird, müssen die Miner erst den entsprechenden Block anlegen. Da hier viel Rechenleistung gefragt ist, arbeiten meist mehrere Miner an einem Block. Aber nur wer es schafft, die Aufgabe zu knacken, erhält dafür eine monetäre Belohnung. Da die Teilnehmer ihre Rechner zu einem Netzwerk zusammenlegen, ist es besonders schwer, Daten zu manipulieren. Denn dazu müsste der Eindringling alle Rechner des Netzwerks hacken.

Welche Vorteile hat Kryptogeld?
Womit wir auch schon bei den Vorteilen wären: Durch das dezentrale Netzwerk ist Kryptogeld nicht nur überall auf der Welt verfügbar, die Transaktionen sind auch deutlich schneller und oftmals kostenlos. Zudem liegen die digitalen Zahlungsmittel nicht bei den Banken, sondern sind auf anonymen Wallets gespeichert. Auf diese digitalen Geldbeutel hat lediglich der Nutzer Zugriff, weshalb es zu keinen Einschränkungen durch höhere Instanzen kommen kann. Vor allem Bürger in Krisengebieten könnten davon profitieren, ihre Rücklagen auf diese Weise zu sichern, weil der Staat keinen Zugriff auf das Wallet hat.

Nachteile und Kritik an den digitalen Zahlungsmitteln
So groß der Zuspruch für die Kryptowährungen ist, so groß ist auch die Kritik. Viele Staaten fürchten etwa um ihren Einfluss auf die Zahlungsmittel und planen deshalb ihr eigenes staatliches E-Geld. Zudem meinen Experten, der Wert der Kryptowährungen werde künstlich in die Höhe getrieben. Das führe wiederum zu einer Blase, die früher oder später platze. Für einige Nutzer könnte das sogar einen Totalverlust bedeuten. Auch steht der Grundgedanke des anonymen Zahlens auf wackligen Beinen. Denn gerade dadurch drohe Missbrauch wie Geldwäsche oder Steuerbetrug.

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