Schwaz als innovativer Vorreiter

Mit Daten zu Taten. Foto: Trigonos.

Vom Datensatz zum 3D-Stadtmodell

Datenbanken, Datenschutz, Big Data - alle Welt spricht von Daten und wie wichtig es ist, sie zu sammeln. Aber was können Daten eigentlich? Das Tiroler Unternehmen Trigonos fertigte aus unzähligen selbst ermittelten Daten ein 3D-Stadtmodell ihres Heimatortes Schwaz an. Wie das Ganze funktionierte und was die Stadt damit vorhat, erfahren Sie hier.

Ob Baufirmen, Bergbahnen, Infrastrukturbetreiber oder Planungsbüros – als Vermessungsdienstleister bietet Trigonos innovative Lösungen für die unterschiedlichsten Branchen. „Da sich die Technologien in den letzten Jahren so rasant weiterentwickelten, konnten wir auch unser Geschäftsfeld stetig erweitern. Neben den klassischen Vermessungsbereichen decken wir heute Leistungen wie Laserscanning, Lasertracking, GPS-Vermessungen oder Geomonitoring an“, erklärt Trigonos-Geschäftsführer Joachim Feldes. Dabei kommen nicht selten Drohnen als digitale Helfer zum Einsatz. So auch bei dem Großprojekt in Schwaz.

3d-Stadtmodelle als Grundlage für Analysen
Als Vorreiter in Tirol ließ Schwaz von den Vermessungsprofis ein hochauflösendes und vollständiges 3D-Stadtmodell anfertigen. „In den letzten zehn Jahren haben sowohl die Software als auch die Instrumente zur Vermessung einen riesen Sprung nach vorne gemacht. So ist es uns heute möglich, enorme Mengen an Rohdaten zu sammeln, um auch große Gebiete wie etwa Schwaz zu erfassen“, erläutert Feldes. Die gesammelten Daten bilden wiederum die Grundlage für weitere detaillierte Analysen, zur Stadtplanung oder Verwaltung der Infrastruktur. „Mit Hilfe des 3D-Stadtmodells lassen sich Bauprojekte vorab besser visualisieren. Wir können z.B. prüfen, ob ein Gebäude ins Stadtbild passt oder welche Fläche sich dafür am besten eignet“, so der Geschäftsführer. Auch Beleuchtungskonzepte oder Abflusssimulationen bei Starkregen seien mit der entsprechenden Software in Zukunft möglich.

Millionen Rohdaten erfasst
Um Schwaz zu vermessen waren zunächst zwei Arbeitsschritte notwendig: Eine Drohne wurde mit einem Laserscanner ausgestattet, dessen Sensor einzelne Punkte (in Summe mehrere Milliarden) erfasste. Eine weitere nahm zehntausende Fotos von der Stadt auf. „Das sind im Prinzip die Rohdaten, aus denen wir dann später am Computer das 3D-Stadtmodell erstellt haben. Dazu waren unsere Drohnen rund 70 Flugstunden im Einsatz. Wir mussten sie von 15 verschiedenen Standorten starten lassen, um wirklich jede Fläche und jedes Gebäude zu erfassen“, berichtet Feldes. Dabei hatten die Vermessungsprofis mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Denn das Gelände in Schwaz ist topografisch sehr bewegt, einfach ausgedrückt uneben. In der Luft macht die Drohne die Arbeit von allein, vorab müssen Feldes und sein Team aber die Flugroute genau bestimmen: „Es ist essentiell, dass die Drohne immer den gleichen Abstand zur Oberfläche hält.“

Punktwolken und Orthofotos
Zurück im Büro führen die Vermessungsprofis die Daten des Laserscanners zu einer Punktwolke zusammen. Das daraus entstandene Modell ist zunächst noch schwarz-weiß. Mit Hilfe der Fotos wird es realitätsgetreu eingefärbt und heraus kommt eine Ansicht, die ein bisschen an Google Earth erinnert. „Aus den photogrammetrischen Luftaufnahmen haben wir zudem ein Orthofoto erstellt – das ist eine maßstabsgetreue Abbildung der Erdoberfläche. Damit können wir Distanzflächen messen oder Positionen genau bestimmen, ohne vor Ort zu sein. Dies in Kombination mit dem 3D-Stadtmodell bietet zahlreiche neue Möglichkeiten im Bereich der Stadtplanung“, weiß der Geschäftsführer.

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