Das Fundament für ein freies Internet

Vorrang für niemanden - außer in Notfällen: Die Netzneutralität ist in der EU ein hohes Gut.

Netzneutralität

Schon mal was von Netzneutralität gehört? Immer mehr Apps, Streaming-Plattformen und Webseiten versorgen uns mit Daten und Informationen. Eine Welt, in der man aus nur wenigen digitalen Kanälen wählen kann, ist mittlerweile unvorstellbar. Das verdanken wir nicht zuletzt der Netzneutralität. Was es mit dem Begriff aus sich hat und warum ein neutrales Internet wichtig ist, lesen Sie hier.

Was bedeutet Netzneutralität?
Der Begriff „Neutralität“ bezieht sich nicht auf den Inhalt einer Webseite, sondern vielmehr auf deren Zugänglichkeit. Das heißt, alle Daten und Informationsanbieter müssen im Internet gleichbehandelt werden. Egal ob YouTube, Wikipedia oder diverse Nachrichtenportale – dem User müssen alle Kanäle zur gleichen Geschwindigkeit zur Verfügung stehen. Die Netzneutralität wurde 2015 gesetzlich in der EU verankert und soll verhindern, dass bestimmte Dienste in ihrer Ladezeit gedrosselt werden. Viele User springen nämlich ab und suchen nach alternativen Anlaufstellen im Netz, wenn Webseiten oder andere Plattformen nur in langsamer Geschwindigkeit abrufbar sind. Und das könnte schnell zu einem Ungleichgewicht im Internet führen.

Warum ist die Netzneutralität so wichtig?
Dank der Netzneutralität können User jederzeit über zahlreiche online Plattformen miteinander kommunizieren und sich informieren. Sie können frei entscheiden, welche Webseiten oder Informationsanbieter sie besuchen oder nutzen möchten. Dementsprechend gilt die Netzneutralität auch als das Fundament des freien, offenen Internets. Doch nicht in allen Ländern dieser Welt ist diese Neutralität selbstverständlich. In den USA beispielsweise wurde im Dezember 2017 die Netzneutralität abgeschafft. Hier entscheiden nun die dort ansässigen Mobilfunk- und Telekomanbieter, welche Daten und Informationen in welcher Geschwindigkeit zur Verfügung stehen. Hierfür teilen sie Webseiten und Co. in wichtig und unwichtig ein. Fällt eine online Plattform in die Kategorie „unwichtig“, wird die Ladezeit gedrosselt. Deswegen spricht man in den USA auch von einer Zweiklassengesellschaft im Netz, die sich auf die Bewertung der Informationen bezieht – in wichtig und unwichtig.

Wie sieht die Netzneutralität in Österreich aus?
In Österreich wird die Einhaltung der Netzneutralität streng von der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) kontrolliert. Ausnahmen gibt es nur wenige, beispielsweise während des Corona-Lockdowns. Damals wurden unsere Netze aufgrund von Homeoffice, Homeschooling und vermehrtem KOnsum von Streaming-Plattformen stark beansprucht, weswegen die RTR vorübergehend die Drosselung bestimmter Online-Dienste wie Netflix oder YouTube gestattete. So sollte verhindert werden, dass es zu Einschränkungen bei Informationsportalen der Regierung oder Nachrichtendiensten kommt. In Österreich und in der EU wird es also auch künftig ein freies, offenes Internet für alle geben.

Mehr dazu im aktuellen Digitalreport.

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