Datenaufbereitung gefragt

Matthias Dengg und Eva-Maria Hänel von Speed U Up: "Digital Pioneering" im Tourismus von Tirol aus.

 Bildnachweis: © Friedle

Tirol als digitaler Reizfaktor

Sie kommen aus dem irischen Cork, aus München und dem norditalienischen Padua, ihr Ziel ist Tirol. Nicht des Urlaubs willen, Tirol soll Arbeitsplatz und berufliches Betätigungsfeld sein. Doch ohne Tourismus, ohne der Vorreiterrolle Tirols als Land der Gastgeber hätten Cheers.House, Speed U Up und Serenissima Informatica nicht den Schritt über die Grenze gewagt, liegt ihre Kompetenz doch in der Digitalisierung des Tourismus. 26 Unternehmen aus dem Ausland bzw. aus anderen österreichischen Bundesländern haben sich – betreut von der Standortagentur Tirol – im Jahr 2016 in Tirol neu niedergelassen, speziell Firmen aus dem IT-Bereich setzten ihr Interesse in die Tat um. Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, zu den Motiven: „Spezialisten aus dem IKTSektor können in Tirol dank der starken Informatik an unseren Universitäten und Fachhochschulen sowohl auf technologischen Vorsprung als auch auf verfügbare Fachkräfte zählen. Zudem finden die IT-Profis unter den Ansiedlern einen attraktiven Heimmarkt bzw. eine hohe Nachfrage in bestehenden Tiroler Stärkefeldern vor. Denn die Digitalisierung wird im produzierenden Bereich ebenso vorangetrieben wie in dienstleistungsorientierten Sektoren wie dem heimischen Tourismus.“
 

„Die touristische Zukunft des Alpenraums hängt von einem breiten Einsatz moderner digitaler Technologien ab. Zum Beispiel finden künftig nur strukturierte, semantisch annotierte Daten eine rasche Verbreitung. Die entsprechende Aufbereitung der Daten müssen die Anbieter bereits heute in Angriff nehmen“, weiß Speed U Up-Geschäftsführerin Eva-Maria Hänel. Das Internet der Zukunft sucht nicht mehr nach Keywords, in den Mittelpunkt der Suche rückt die inhaltliche Bedeutung von Texten und Suchanfragen. Hänels Partner als Geschäftsführer, Matthias Dengg, legt daher aktuell den Fokus seiner Arbeit auf die „Annotationen von Daten“, um die Inhalte von Websites maschinenlesbar zu machen. Hänel und Dengg fokussieren noch ein weiteres Thema: das Erfassen von Erlebnissen in Text, Bild- und Videoformaten und deren Verbreitung im Netz.
 

Die Idee, auch in Österreich und Südtirol Fuß zu fassen, stand bei der Serenissima Informatica schon länger im Raum, 2016 schließlich wurde in Innsbruck die Serenissima Informatica Austria gegründet. Im Programm, sagt General-Manager Uwe Sima, habe man „ein Gesamtsoftwarepaket für Hotellerie und Gastronomie ab dem Drei-Sterne-Superior- bzw. Vier-Sterne-Bereich“, punkten will das Unternehmen aus Padua mit iSelz, einem Kassensystem, das mit iPhones oder iPads kompatibel ist. Mit „Business of Belonging“ beschreibt der Kalifornier Taj Johnston-Montesano das Kundenbindungssystem von Cheers.House. Gegründet in Cork suchte das irische Start-up den optimalen Platz in Zentraleuropa, Österreich, im speziellen Kitzbühel hätten sich dafür angeboten, meint Johnston-Montesano: „Es ist eine Hospitality-Area.“ Diese will das Cheers.House-Team mit seiner Relationship-Management-Plattform erobern und speziell der ländlichen Gastronomie helfen, ihre Gäste, Mitarbeiter und Lieferanten enger ans Lokal zu binden.
 

Serenissima Informatica Austria

Speed U Up

Cheers.House


Dieser Beitrag ist auch im „Standort Tirol“, Ausgabe 02/2017,  erschienen. Die gesamte Ausgabe mit weiteren Nachrichten aus dem Innovations- und Technologieland Tirol können Sie hier nachlesen.

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