Tirol verlängert Erfolgsprogramm zur digitalen Unterstützung kleiner Betriebe
Viele Klein- und Kleinstbetriebe im Tiroler Handel stehen vor der Heraus-forderung, digitale Möglichkeiten im Geschäftsalltag gezielt zu nutzen. Das Digital-Lotsen-Programm bietet Hilfe: Unternehmen mit stationären Geschäften erhalten direkt vor Ort kostenlose Unterstützung durch IT-Expert:innen - sogenannte "Digital-Lotsen". Aufgrund des Erfolgs wird das Programm bis 2027 verlängert. Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol stellen dafür zusätzlich 160.000 Euro zur Verfügung.
Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol und Standortagentur Tirol setzen ihre gemeinsame Digitalisierungsinitiative für den regionalen Handel fort. Mit dem Digital-Lotsen-Programm erhalten Betriebe praktische Unterstützung bei der Umsetzung digitaler Maßnahmen – direkt im Geschäft und kostenlos. IT-Expert:innen begleiten sie bei konkreten Projekten wie Websiteaufbau, Online-Marketing oder Datensicherheit. So werden Abläufe effizienter, Kund:innen gezielter erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation“, so Mario Gerber, Landesrat für Wirtschaft, Digitalisierung und Tourismus. „Tirols wirtschaftliche Zukunft liegt in Unternehmertum, Technologie und dem Mut, neue Wege zu gehen. Mit dem Digital-Lotsen-Programm unterstützen wir jene Betriebe, die tagtäglich die regionale Wirtschaft tragen, und schaffen Rahmenbedingungen, damit sie die Möglichkeiten der Digitalisierung bestmöglich für sich nutzen können.“
Von der Pilotphase zur landesweiten Initiative
Das Digital-Lotsen-Programm wurde 2020 von digital.tirol und der Wirtschaftskammer Tirol gemeinsam mit den Stadtmarketing-Einrichtungen in Hall, Imst, St. Johann und Kufstein entwickelt. Ziel war es, lokale Handelsbetriebe beim Einstieg in die Digitalisierung zu unterstützen – zunächst auf regionaler Ebene und finanziert von den Stadtmarketings. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Projekt 2022 auf das ganze Bundesland ausgeweitet und wird seither von der Standortagentur Tirol in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Tirol umgesetzt. Das Land Tirol stellte dafür bislang ein Projektbudget von 500.000 Euro bereit.
„Tiroler Unternehmen sind größtenteils schon gut in der Digitalisierung angekommen“, erklärt Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. „Doch besonders kleinere Betriebe haben oft nicht die Ressourcen und Expertise, um das volle Potenzial der Digitalisierung auszuschöpfen. Mit dem Digital-Lotsen-Programm schaffen wir einen direkten Zugang zu Wissen und praxisnaher Unterstützung. Damit stärken wir kleinere Unternehmen und leisten einen Beitrag, dass Digitalisierung in allen Regionen Tirols ankommt und wirkt.“
Verlängerung bis 2027: Mehr digitale Kompetenz für eine starke regionale Wirtschaft
Ursprünglich bis Ende 2025 befristet, wird das Digital-Lotsen-Programm aufgrund des Erfolgs bis 2027 verlängert. Land Tirol und Wirtschaftskammer Tirol erhöhen das Budget gemeinsam um 160.000 Euro. [AB1]
Teilnehmende Betriebe können künftig bis zu zehn Beratungsstunden im Gesamtwert von 800 Euro kostenlos in Anspruch nehmen. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz in Tirol, einer stationären Betriebsstätte, maximal 49 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 10 Millionen Euro.
Erfolgreiche Bilanz und hohe Nachfrage
Mehr als 250 Digitalisierungsprojekte wurden bereits umgesetzt. Rund 150 weitere sind derzeit in Arbeit. Mit Veranstaltungsformaten in ganz Tirol wurde die Initiative in enger Zusammenarbeit mit derzeit 14 Orts- und Stadtmarketingorganisationen erfolgreich in den Regionen verankert.
„Das Digital-Lotsen-Programm hat sich als praxisnahes Unterstützungsangebot etabliert“, sagt Roman Eberharter, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Tirol. „Die Rückmeldungen aus den Betrieben zeigen: Der Aufwand ist überschaubar, der Nutzen hoch. Digitalisierung wird dadurch greifbar und wirkt dort, wo sie den Unterschied macht – im regionalen Handel und bei lokalen Dienstleistern.“
„Regionale Netzwerke sind die Basis für den Erfolg des Programms“, betont Michael Gsaller, Leiter des Stadtmarketings Hall und Präsident des Dachverbands Stadtmarketing Austria. „Die Stadt- und Ortsmarketing-Einrichtungen kennen die örtlichen Betriebe und Expert:innen, stellen den Kontakt her und begleiten die Umsetzung. So profitieren lokale Dienstleister:innen von neuen Aufträgen, während Händler:innen digitale Kompetenzen aufbauen und ihre Position im Wettbewerb stärken.“
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