Wachstum

Mut für die Tiroler Wirtschaft nach der Coronakrise (von li.): Paul Schäfer (Geschäftsführung Dinkhauser Kartonagen), LRin Zoller-Frischauf, Katharina Schäfer (Geschäftsführung Dinkhauser Kartonagen), Peter Lerchner (Geschäftsführer Dinkhauser Kartonagen Vertriebs GmbH). © Land Tirol/Kathrein

"Tirol packt‘s digital an!"

Zusätzlich 4,5 Millionen Euro für Digitalisierungsförderung sowie je zwei Millionen Euro für neue Förderaktion KMU digital.tirol und neue Glasfaserförderung für Privathaushalte.

Gemeinsam mit den Sozialpartnern hat die Tiroler Landesregierung die Konjunkturoffensive 2020 mit 106 konkreten Projekten für den Wirtschafts- und Lebensraum Tirol geschnürt, für die unter den Schlagworten „regional, digital und nachhaltig“ insgesamt 230 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf stellte im Rahmen einer Pressekonferenz bei der Firma Dinkhauser Kartonagen in Hall in Tirol drei von insgesamt 14 Maßnahmen der Landesregierung im Bereich der Digitalisierung vor, für den 19 Millionen Euro an zusätzlichem Geld zur Verfügung stehen. Konkret werden weitere 4,5 Millionen Euro für die Digitalisierungsförderung sowie je zwei Millionen Euro für die neue Förderaktion KMU digital.tirol und eine neue Glasfaserförderung für Privathaushalte in die Hand genommen. „Im Landeshaushalt 2020 haben wir für das Thema Digitalisierung bereits 18 Millionen Euro reserviert gehabt. Nun kommen im Rahmen unserer Konjunkturoffensive weitere 19 Millionen an frischem Geld dazu, um den Lebens- und Wirtschaftsraum für die digitale Zukunft fit zu machen. Tirol packt’s digital an – Es geht uns einerseits darum, dass wir unseren heimischen Unternehmen digitale Flügel verleihen und der Bevölkerung insgesamt die beste digitale Infrastruktur zur Verfügung stellen“, betont LRin Zoller-Frischauf.

Tiroler Digitalisierungsförderung wird aufgestockt und ergänzt
„Gerade während der Coronakrise hat sich gezeigt, wie wichtig es für die Tiroler Wirtschaft ist, Geschäftsprozesse zu digitalisieren, um möglichst flexibel reagieren zu können. Dies betrifft sowohl den produzierenden Sektor als auch den Dienstleistungsbereich“, erklärt LRin Zoller-Frischauf. „Wer jetzt Geld in die Hand nimmt und in Zukunftsbereiche investiert, soll auch eine entsprechende Unterstützung der öffentlichen Hand erhalten.“ Es gehe aber nicht darum, Investitionen zur Gänze zu bezahlen, sondern attraktive Anreize zu schaffen, damit diese getätigt werden. Das Land Tirol setzt deshalb die erfolgreiche Digitalisierungsförderung und die Leuchtturmprojekte im Bereich Digitalisierung fort, stockt diese budgetär um 4,5 Millionen auf und reagiert damit auf die große Nachfrage bei den heimischen Unternehmen und deren Wunsch, sich künftig noch stärker zu digitalisieren. „Es geht darum, wesentlich dazu beizutragen, Tirols Wirtschaft konkurrenzfähig zu halten und für die Zukunft krisensicherer zu machen“, so LRin Zoller-Frischauf. Die Digitalisierungsförderung wird zudem um ein eigenes, konjunkturförderndes Programm für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ergänzt. Die neue Förderaktion unter dem Namen KMU digital.tirol soll kleinere Digitalisierungsvorhaben gezielt unterstützen und Investitionen in diesem Bereich auslösen. Zwei Millionen Euro werden dafür in die Hand genommen.

Neu: Glasfaserförderung für Privathaushalte
Damit Digitalisierung funktionieren kann, braucht es eine entsprechende Infrastruktur. Die Breitbandoffensive des Landes Tirol unterstützt die Tiroler Gemeinden seit dem Jahr 2014 mit jährlich zehn Millionen Euro dabei, nachhaltige, öffentliche Glasfaserinfrastrukturen zu schaffen. In 174 Gemeindeprojekten werden Glasfasernetze und Zubringer errichtet. Damit sollen 290.000 Einwohner im ländlichen Raum mit der nachhaltigsten Technologie versorgt werden. Laut dem letzten Evaluierungsbericht des Bundes aus dem Jahr 2019 ist Tirol Spitzenreiter bei der Verbesserung der Versorgung. Im Vergleich zu 2014 wurden in Tirol bis dato 119.400 Wohnsitze neu versorgt, das sind 60 Prozent aller damals unterversorgten Wohnsitze. „Wir stehen aktuell bei über 60 Millionen Euro, die aus Landesmitteln in den Breitbandausbau geflossen sind. Daneben konnten noch über 58,7 Millionen Euro an Bundesmitteln für Tirol abgeholt werden. Gerade in der aktuellen Krisensituation hat sich herausgestellt, wie wichtig private Hochgeschwindigkeitsanschlüsse sind. Es ist mir deshalb ein Anliegen, dass wir unseren Breitbandmasterplan und die aufgelegten Förderungen um einen entscheidenden Mosaikstein erweitern. Mit einer neuen Glasfaserförderung für Privathaushalte wollen wir den Tirolerinnen und Tirolern dabei helfen, die sogenannte ‚letzte Meile‘ zu schließen“, informiert die Digitalisierungslandesrätin. Wenn sich zukünftig private Hausbesitzer einen Glasfaseranschluss herstellen lassen, sollen diese seitens des Landes bei den notwendigen Grabungen, der Verlegung der Leerrohre und dem Einbringen der Glasfasern finanziell unterstützt werden. Die genauen Richtlinien für diese neue Förderaktion befinden sich derzeit in Ausarbeitung. Insgesamt sollen dafür im Jahr 2020 zusätzlich zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Dinkhauser Kartonagen setzt auf Digitalisierung
Der Ort des Medientermins wurde bewusst gewählt: Das im Jahr 1848 gegründete, traditionsreiche Tiroler Unternehmen Dinkhauser Kartonagen mit rund 300 MitarbeiterInnen am Standort Hall ist Träger des Staatspreises für Digitalisierung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Die Digitalisierung hat dem Unternehmen neue Märkte eröffnet. Bereits 1997 wurde mit hochwertigen E-Commerce Verpackungen gestartet, heute ist Dinkhauser Kartonagen eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich in Europa. Der Betrieb hat im Rahmen der vom Land Tirol während der Coronakrise gestarteten Initiative wirkaufenin.tirol als Spezialist für E-Commerce-Verpackungen alle TeilnehmerInnen der Plattform dabei unterstützt, ihre Produkte online und dennoch regional zu verkaufen und damit die Wertschöpfung im Land zu halten.
„Als Verpackungslieferant sind wir systemrelevant – wir haben während der Coronakrise bis dato keine Kurzarbeit benötigt, auch dank unserer Stärken im digitalen Bereich. Aktuell investieren wir 33 Millionen Euro am Standort Hall. Ohne die unterstützende digitale Infrastruktur und die entsprechenden Rahmenbedingungen kann man heute ein Werk in dieser Dimension und mit diesem Anspruch aber nicht effizient bewirtschaften“, sagt Stefan Lerchner, Geschäftsführer der Dinkhauser Kartonagen Vertriebs GmbH. „Die Firma Dinkhauser Kartonagen ist ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung in der Praxis funktionieren kann. Es handelt sich um ein digital gut aufgestelltes und zukunftsträchtiges sowie krisenfestes Tiroler Traditionsunternehmen“, so LRin Zoller-Frischauf abschließend. Die aufgestockten Förderaktionen des Landes Tirol und die Initiativen im Bereich der Digitalisierung würden der Firma weitere Anreize bieten, um ihren Firmenstandort in Tirol sowie die Tätigkeiten noch weiter auszubauen.

Die Originalmedieninformation des Landes Tirol finden Sie hier.

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