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Digitale Produktpässe ermöglichen es, Daten von Produkten über den gesamten Produktlebenszyklus aufzuzeichnen und weiterzugeben.

Digitaler Produktpass - Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft durch standardisierte Daten

Digitalisierungsmaßnahmen sind in immer mehr Bereichen spürbar - so auch in der Herstellungsbranche. In Bezug auf Produktkennzeichnungen und Nachhaltigkeit dominieren hier jedoch noch ältere Methoden und Techniken. In der modernen Kreislaufwirtschaft kann ein digitaler Produktpass über den Produktlebenszyklus für den Hersteller und Verbraucher Licht ins Dunkel bringen! Standardisierter Datenaustausch und Transparenz sind hier die Zauberwörter.

Mehr Transparenz über Produktdaten 

Was ist da drin? Wo kommt es her? Wie lange wird es haltbar sein? Ist es recyclebar? Unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen wurde es hergestellt? Fragen, die sich sicherlich jede:r Endverbraucher:in bereits einmal zu einem Produkt gestellt hat. Meist jedoch, ohne eindeutige Antworten zu finden.

Genau die Informationslücke schließt der Digitale Produktpass. Hintergrund ist ein Paket der EU-Kommission von März 2022, durch die nachhaltige und kreislauforientierte Produkte in der EU die Norm werden sollen. So lautet das langfristige Ziel, möglichst viele Produkte herzustellen, die nicht nach ihrem Ablaufdatum auf der Mülldeponie landen, sondern teilweise oder komplett einen recyclebaren Lebenszyklus haben. Gerade bei Elektro-Geräten wie Kühlschränken, Displays, Waschmaschinen und Co. gibt es hier noch viel Potenzial.

Der Digitale Produktpass bildet solche Produkte in Form von Digitalen Zwillingen nach und hält aktuelle Informationen zu Materialien, Bestandteilen und ökologische Indikatoren wie Klimarelevanz bereit. Fragen zu Reparaturmöglichkeiten oder Ersatzteilverfügbarkeit, digitale Updates usw. werden ebenfalls aufgenommen. Mit nur wenigen Klicks oder per QR-Code rufen Verbraucher:innen dadurch sämtliche Daten ab – benötigt wird dafür aktuell nur die passende Hardware, wie etwa ein Smartphone.  

Die richtige Information 

Der Digitale Produktpass gilt als wesentliches Instrument für eine klimaschonende und ressourceneffiziente Wirtschaft. Die Informationserhebung und Weitergabe muss jedoch branchen- und produktspezifisch erfolgen, da die Relevanz der Informationen unterschiedlich ist. Die Inhalte des Digitalen Produktpasses sind somit abhängig von der Produktanforderung, also den jeweiligen Rahmenbedingungen, in denen der Pass zum Einsatz kommen soll.

Während es bei einem Gerät mit Anwendung im industriellen Sektor eher auf Informationen bzgl. verfügbarer Ersatzteile, Montageanleitungen etc. ankommt, steht bei Consumer-Geräten eher die Bedienungsanleitung im Fokus. Auch Zertifikate und Echtheitsnachweise können für Bauteile und Geräte, die in sicherheitskritischen Bereichen verbaut sind, digital abgespeichert und relevant sein. Einen Vorteil, welchen die digitalen Typenschilder dabei noch mit sich bringen, ist, dass sie nicht von mechanischen Einflüssen beschädigt werden können. 

Zweckmäßigkeit für alle 

Auf Herstellerseite gibt es ebenso Vorteile: Digitale Produktpässe stellen in Zukunft Betriebs- und Gebrauchsanleitungen in aktueller Landesfassung ohne lästigen Papierkram bereit. Öffentliche Stellen können ebenso einfach durch wenige Klicks überprüfen, ob die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die ordnungsgemäße Deklaration, eingehalten werden. Wichtig ist nun, eine internationale Normungsebene zu schaffen, damit gleiche Bedingungen für alle Akteure auf globaler Ebene geschaffen werden. Für kleine und mittelständische Unternehmen verringert der digitale Produktpass den Eintritt zur Industrie 4.0 – der umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion.  

Obwohl der Weltmarkt stetig wächst, liegen momentan noch nicht alle Daten zu Liefer- bzw. Wertschöpfungsketten zentral verfügbar vor. Auch dafür kann der Digitale Produktpass eine Lösung darstellen.  Bis dies jedoch flächendeckend möglich ist, herrscht noch Klärungsbedarf, da die nationale sowie europäische Gesetzgebung beachtet werden muss. Laut rechtlichen Bestimmungen müssen Nutzungsinformationen beispielsweise aktuell oft noch in Papierform vorliegen. Durch stetige Bemühungen aller Beteiligten und die voranschreitende Digitalisierung können wir jedoch optimistisch in die Zukunft blicken. Auch der datahub.tirol hat den Digitalen Produktpass als Use-Case erkannt und treibt ihn mit seinem Partnernetzwerk entsprechend voran.

Treiber der digitalen Zukunft 

Die Politik berücksichtigt immer mehr nachhaltige Themen in ihren Strategie- und Aktionsplänen. Im Rahmen des europäischen Green Deals wurde das Thema des Digitalen Produktpasses diskutiert. Der Nachhaltigkeitsgedanke, der mittlerweile in vielen Köpfen verankert ist und dem sich zukunftsfähige Unternehmen ebenfalls nicht entziehen können genauso wie die Sustainable Development Goals (kurz SDG), sind globale Treiber des digitalen Produktpasses.

Im 12. SDG sind die verantwortungsvollen Konsum- und Produktionsweisen aufgeführt. Dabei helfen Normung und Standardisierung, Vertrauen zu neuen, nachhaltigen Produkten aufzubauen. Der Digitale Produktpass kann einen wichtigen Schritt auf diesem Weg darstellen. 

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