Bildnachweis: AIT Austrian Institute of Technology

Mit Digitalisierung zum gesunden Lebensstil

HerzMobil - Integrierte Versorgung dank Digitalisierung.

Telemedizin: Möglichkeiten und Chancen der mobilen Gesundheit

Digitale Technologien im Gesundheitswesen - eine Zukunftsvision? Längst unterstützen sie Bürokratie, Bildgebung oder Diagnostik.

Vor allem medizinisch digitale Programme für mobile Geräte werden zur konkreten Überwachung von Patienten eingesetzt. Auf diese Weise bringt die sogenannte Mobile Health oder mobile Gesundheit die medizinische Versorgung auf eine ganz neue Ebene. Ausgestattet mit Smartphone oder Tablet können Nutzer ihre Gesundheitsdaten jederzeit unkompliziert kommunizieren – eine logische Weiterentwicklung von e-health und Telemedizin also. Sogar unabhängig von topografischen Widrigkeiten in ländlichen Regionen. Patienten profitieren von mehr Selbstständigkeit und kürzeren Wartezeiten beim behandelnden Arzt. So verbessern sich Lebensqualität und Gesundheit. Tirol zeigt mit dem Versorgungsprogramm HerzMobil wie es mit Digitalisierung möglich ist.

HerzMobil – in Kontakt mit seinem Herzen

Mindestens 15.000 TirolerInnen leiden an einer Herzschwäche. Die sogenannte Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung, die mit langen und oftmals wiederkehrenden Krankenhausaufenthalten verbunden ist. Seit 2017 wird in der Regelversorgung das HerzMobil-Programm des Landesinstituts für Integrierte Versorgung eingesetzt. Dank Digitalisierung und einer mobilen Überwachung werden so Patienten und das Gesundheitssystem entlastet. Dabei werden Patienten mittels Smartphone, Waage, Blutdruckmessgerät und ID-Card in einem digitalen Netzwerk betreut. Täglich übermitteln Patienten Daten wie Herzfrequenz, Gewicht, Blutdruck, Allgemeinzustand und Einnahme der Medikamente an eine zentrale Plattform. Das spezialisierte Pflegepersonal sowie der zuständige Arzt beurteilen regelmäßig die übermittelten Informationen. Bei Auffälligkeiten kann dann frühzeitig reagiert und die Medikation optimal auf den Patienten abstimmt werden. „So reduzieren wir das Risiko eines erneuten Krankenhausaufenthaltes“, bestätigt Univ.-Prof. Dr. Gerhard Pölzl von der Innsbrucker Uni-Klinik für Innere Medizin III Kardiologie und Angiologie, medizinischer Leiter von HerzMobil. Derzeit profitieren bereits rund 100 Patienten jährlich in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck-Land und Schwaz von diesem Vorreiterprogramm. Damit ist Tirol im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung europaweiter Spitzenreiter ist.

Sicherheit in allen Lebenslagen stärken

HerzMobil soll schrittweise auf ganz Tirol ausgerollt werden. Eine flächendeckende Versorgung von jährlich geschätzten 600 Patienten in ganz Tirol ist bis 2021 geplant. „Neuerliche Spitalsaufnahmen und die Sterblichkeit der Patienten in den Monaten nach einer Spitalsentlassung können um rund 30 Prozent reduziert werden“, weiß Pölzl. „Außerdem ist eine starke Zunahme der Patienten-Sicherheit und Verbesserung der Lebensqualität durch die Stärkung der Eigenkompetenz im Umgang mit Herzinsuffizienz festzustellen“, kann Pölzl große Erfolge mit dem Programm vermelden.

Ein Vorhaben des Tiroler Gesundheitsfonds (TGF) und der Landes-Zielsteuerungskommission mit Unterstützung von AIT - Austrian Institute of Technology.

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