App vernetzt Einsatzkräfte am Berg

Bergrettung bekommt digitale Unterstützung

Kommunikation in unwegsamem Gelände möglich gemacht.

Ein Wanderer wird vermisst, das Gelände ist unüberschaubar und die Wetterverhältnisse verschlechtern sich – mit solchen misslichen Situationen ist die Bergrettung häufig konfrontiert. Dazu kommt die instabile Netzverbindung in den alpinen Regionen. Dadurch werden die Kommunikation untereinander und das Tracking der Gebiete, die bereits durchsucht wurden, deutlich erschwert. Der Masterabsolvent Daniel Trojer entwickelte daher eine App, die jederzeit eine Vernetzung der Einsatzkräfte ermöglicht.

Kommunikation: Das A und O der Bergrettung

„Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr habe ich selbst bei einem Einsatz erlebt, wie stark die Orientierung in den Bergen durch schlechte Wetterverhältnisse beeinträchtigt wird. Außerdem war eine geregelte Absprache ohne Mobilfunkverbindung kaum möglich“, erinnert sich der Digital Hero Daniel Trojer. Eine Lösung für das Problem der Bergrettung musste her und Trojer fand sie in der sogenannten Mesh–Technologie, auf der seine App beruht. In einem „vermaschten“ Netz ist jedes Endgerät mit einem oder mehreren anderen Geräten des Netzwerks verbunden. Auf diese Weise werden die Informationen von Teilnehmer zu Teilnehmer weitergleitet, bis sie das Ziel erreichen. „Das Mesh-Netzwerk selbst wird mit Bluetooth oder WLAN realisiert. Dadurch können die Smartphones von Rettungskräften miteinander kommunizieren, ohne eine Mobilfunkverbindung zu haben“, erklärt Trojer. Wenn zusätzlich ein Nutzer der App eine Internetverbindung hat, kann diese der gesamten Kette bereitgestellt werden. Falls hingegen ein Gerät ausfällt, werden die Daten automatisch umgeleitet, sodass das Mesh-Netzwerk für alle anderen bestehen bleibt. Somit können sich die Mitglieder der Bergrettung im Suchgebiet oder in der Leitstelle jederzeit problemlos austauschen und jeder wird bei Neuigkeiten alarmiert.

Location mapping der Bergretter

Eine weitere wichtige Funktion für die Bergrettung ist das schnelle Lokalisieren von Suchlücken. Dazu wird jeder Helfer, der Teil des Mesh-Netzwerks ist, auf einer integrierten Karte getrackt. Mittels Live-Positionen sehen die anderen Rettungskräfte in Echtzeit, wo die Kollegen bereits gesucht haben. Wie ein Straßennetz auf einer Landkarte zieht sich die bereits gegangene Route durch die Live-Karte. Die innovative Technologie ermöglicht es somit Lücken in der bisherigen Suche auf einen Blick aufzudecken. „Das noch abzusuchende Feld wird genau eingegrenzt, ehe die Einsatzkräfte erneut ausrücken. Denn besonders in der Bergrettung ist eine schnelle, strukturierte und flächendeckende Suche vermisster Personen enorm wichtig“, weiß der digitale Held.

 

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