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Zum Begriff New Work

Digitalisierung ermöglicht neue Arbeitsformen, die passenden Rahmenbedingungen dafür sind wichtig. Foto: iStock

Von Industrie 4.0 zu Arbeit 4.0

Automatisierung, Software und Daten sind die Stichwörter der Industrie 4.0. Die Veränderung in der Produktion wirken sich auch auf die Arbeit aus: Unliebsame Aufgaben wurden ersetzt, der Arbeitsalltag erleichtert, neue Arbeitsstritte integriert. Diese neuen Arbeitsweisen, die durch das digitale und globale Zeitalter entstanden und immer noch entstehen, fallen unter den Begriff New Work. Denn auf die revolutionäre Industrie 4.0 folgt nun die Arbeit 4.0. Wie und warum diese die Arbeitswelt von Grund auf umformt, erfahren Sie hier.

Was ist New Work?
Das Konzept New Work entwickelte der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann. Dem zugrunde liegt die Annahme, dass das bisherige Arbeitssystem veraltet ist. Denn die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung machen Arbeitsweisen zeitlich, räumlich und organisatorisch flexibler. Das gängigste Beispiel dafür ist das Homeoffice. Ob am Küchentisch, im Lieblingscafé oder im Zug auf dem Weg zum nächsten Meeting, in vielen Berufen sind Mitarbeiter nicht mehr länger auf das Büro angewiesen. Außerdem können sie sich ihre Aufgaben – wenn sie frühzeitig kommuniziert werden – zeitlich frei einteilen. So entstehen künftig im Rahmen von Arbeit 4.0 neue Arbeitsmodelle, Arbeitsräume und Unternehmensstrukturen.

Neue Werte rund um Arbeit 4.0
Anstelle der Leistungsgesellschaft fokussiert New Work die Potenzialentfaltung jedes Mitarbeiters. So schaffen Unternehmen mit ihrem Arbeit4.0-Konzept neue Räume und mehr Platz für Kreativität und Persönlichkeit. Dem zugrunde liegen folgende Werte:

  • Selbstständigkeit: Flexible Strukturen ermöglichen es den Mitarbeitern, sich Aufgaben selbst einzuteilen. Das Unternehmen vertraut darauf, dass Mitarbeiter gute und sinnvolle Entscheidungen treffen, sich bis zu einem bestimmten Grad selbst organisieren können und ihre Aufgaben auch eigenständig erledigen.
  • Vertrauen: Eine fürsorgliche Unternehmenskultur, die sich für Offenheit, Fairness und gegenseitigen Respekt einsetzt, schafft Vertrauen.
  • Selbstverwirklichung: Vielen Menschen geht es bei der Arbeit nicht mehr rein um materielle Sicherheit. Ihnen ist viel wichtiger, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen und ihre Persönlichkeit entfalten zu können.
  • Teilhabe an der Gemeinschaft: Um ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise werden Mitarbeiter in die Entwicklung des Unternehmens einbezogen. Über verschiedene Tools – oft auch digitale – können sie ihre Ideen und Wünsche jederzeit einbringen. Andere Betriebe beteiligen ihre Mitarbeiter auch am Unternehmenserfolg selbst.
  • Werteorientiertes Handeln: Unternehmen agieren nicht mehr länger nach finanziellen Werten, sondern auch nach moralisch-kulturellen sowie gesellschaftlichen Werten. Dabei achten nicht nur Kunden, sondern auch die eigenen bzw. potenzielle Mitarbeiter auf Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship Maßnahmen.

Umsetzung von Arbeit 4.0
Wie bei der Automatisierung von Arbeitsschritten, ist auch die Veränderung der Arbeitsweisen ein länger andauernder Prozess. Besonders die Flexibilität spielt eine große Rolle bei der Arbeit 4.0. Hier gilt es, bestehende Arbeitsmodelle zu überdenken und flexibel auf Arbeitszeiten bzw. -orte einzugehen. Natürlich ist dies immer abhängig vom Aufgaben- und Verantwortungsbereich oder den einzelnen Projekten. Eine agile Führung und flache Hierarchien ermöglichen es jedoch, bestehende Unternehmensstrukturen für das „neue Arbeiten“ auszurichten. Dies wirkt sich ebenso auf die existierenden Bürokonzepte aus. Innovativ gestaltete Work-Spaces und digitale Tools fördern nicht nur Kreativität und Motivation, sondern auch den Austausch mit Kollegen, Abteilungen oder Externen.

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